Unsere engagierten Jugendmitarbeiter verbringen ein schönes Wochenende gemeinsam.
Am letzten Septemberwochenende war es so weit: insgesamt 18 Jugendliche und 4 Betreuer aus dem gesamten Koopraum trafen sich, um gemeinsam unsere weitere Jugend- und Konfiarbeit zu planen.
Und natürlich, um uns ins Bamberger Touristengewusel zu stürzen.
Selbstverständlich geht´s nicht ohne unseren JuKi Bus. Ich kann Euch sagen, zwei Stunden in der Viererkolonne mit dem JuKi Bus in der Mitte zu fahren, ist alleine schon ein Abenteuer. Kommt der alte Herr doch die Odenwälder Berge vollbeladen höchstens mit 70 km/h hoch.
Aber wie immer haben wir es gut an unser Ziel geschafft. In diesem Fall die Jugendherberge im pittoresken Bamberg.
Nachdem wir uns auf die Zimmer sortiert hatten, gab es die obligatorische Raubtierfütterung im Speisesaal.
Besonders freut uns, dass wir so viele waren. Aus allen Gemeinden unseres Koopraums waren junge Menschen vertreten. Auch waren alle drei Pfarrpersonen mit von der Partie. (Warum gibt es eigentlich keinen vernünftigen Mehrzahlbegriff für "Pfarrerinnen und Pfarrer? "Pfarrpersonen" klingt so anonym...)
Jedenfalls waren Esther Maria Fauß, Regina Bauer und Michael Rothlandzettel für das junge Gewusel zuständig.
Nachdem wir alle gut verstaut und gefüttert waren, begaben wir uns auf eine erste Erkundungstour durch Bamberg.
Mit freundlicher Unterstützung durch einen ortskundigen Nachtwächter.
Mein persönliches Highlight war der Straßenname "Hölle", in dem sich zufällig auch noch ein Pfarramt befand.
Ein schier unerschöpflicher Quell mehr oder weniger witziger Scherze.
Bamberg ist übrigens wirklich bei jeder Tages- und Nachtzeit sehr sehenswert.
Unsere Jugendlichen zeigten sich durchaus beeindruckt und haben sich auf dieser Freizeit wirklich vorbildlich benommen.
Allerdings sind sie ja auch alle Mitarbeiter unserer Gemeinden.
In Bamberg wimmelt es nur so von monumentalen Kirchen. Hier zu sehen der Dom.
Geschafft durch die Anreise und die Nachtwanderung wurde es recht schnell ruhig am Freitagabend.
Am Samstagvormittag ging es dann an die erste "Arbeitseinheit". Warum unser Seminarraum den Namen "Domblick" trug, wird bei diesem Foto klar.
Für mich war es schön zu sehen, wie gut wir uns schon kennen. Unsere jungen Menschen haben Freude am gemeinsamen Gestalten und sind längst schon nicht mehr nach Gemeinden getrennt unterwegs. Ich persönlich habe mich sehr gefreut unsere neue Pfarrerin im Bunde, Regina Bauer, auf dieser Freizeit näher kennen zu lernen.
Nach der Arbeit gab es die Gelegenheit, in Kleingruppen auf eigene Faust Bamberg unsicher zu machen.
Ich muss sagen, die Touristenmassen und das babylonische Sprachengewirr in den engen Gassen, erschlagen einen schier und ich bin bald wieder in die Jugendherberge geflüchtet. Unseren Kids hat das scheinbar nichts ausgemacht. Jedenfalls fanden sich alle gesund und gut gelaunt zur nachmittäglichen Arbeitseinheit ein.
Thematisch haben wir uns übrigens mit den grundlegenden Dingen der Jugendarbeit im Koopraum beschäftigt: Was findet Ihr gut, was nicht? Und was wollt ihr anders haben? Gibt es neue Ideen, die Ihr ausprobieren wollt und welche Regeln brauchen wir für welche Themen? Die Köpfe haben ordentlich geraucht.
Viel Zeit für Pausen und Sightseeing bliben uns an diesem Samstag garnicht.
Eigentlich schade, aber das Zusammenwachsen im Koopraum ist uns ein Herzensanliegen. Da lohnt es sich, Zeit zu investieren.
Auch die Nacht von Samstag auf Sonntag verlief, auf Grund unserer sehr vernünftigen Teamer, angenehm entspannt.
Am Sonntag wurden wir um 7:00 Uhr vom Vollgeläut sämtlicher Kirchen geweckt. Das bedeutet, jede Kirche in Bamberg hat mit allen ihren Glocken gebimmelt, was das Zeug hält. Und ich kann Euch sagen, es gibt in Bamberg wirklich viele, riesige Kirchen. Das waren schon epochale Klänge. Bamberger die zum Langschläfer neigen, sind schon irgendwie arm dran.
Unsere Kids haben sich allerdings null von dem akustischen Spektakel stören lassen.
Nachdem wir die Zimmer geräumt hatten, besuchten wir den Gottesdienst im Dom, der bekanntlichermaßen katholisch ist. Für unsere Jugendlichen war es spannend, zu vergleichen: Was ist genau wie in einem evangelischen Gottesdienst? Was ist anders und warum ist das so?
Für uns völlig neu war zum Beispiel, dass im VATER UNSER eine Pause eingelegt wurde, in der der Priester etwas sprach. Ich glaube unsere Gruppe hat unisono weiter gesprochen um dann, peinlich berührt, abzubrechen.
Für mich war spannend, mal wieder zu erleben, wie sich ein Gottesdienst, in dem man die Abläufe nicht im Schlaf kennt, anfühlt. Eine Erfahrung, die ich im Hinterkopf behalten werde, wenn wir mal wieder überlegen, wie wir niederschwellige Angebote für "Neueinsteiger" gestalten können.
Beim Betrachten der überwältigenden Architektur des Doms schoss mir durch den Kopf: "Mega schön! Aber instandhalten möchte ich das nicht müssen!"
Da ich auch mit aufs Gruppenbild wollte, drückte ich dem nächstbesten Touristen mein Handy in die Hand. Wie sich herausstellte, kam der hilfbereite, ältere Herr aus Australien. Faszinierend, von wo die Menschen überall her kommen, um sich Deutschland anzugucken.
Nachdem wir unsere, gefühlt über halb Bamberg verteilten, Auto zusammen gesammelt hatten, machten wir uns auf Richtung Heimat.
Kennt ihr die Sache mit dem gelben Auto? Sieht man bei Fahren irgendwo ein gelbes Auto, gibt seinem Nebenmann einen Klaps und ruft "Gelbes Auto!!". Aus erwachsener sicht eigentlich ziemlich panne. Meine eigenen Kinder haben das Spiel auf früheren Veranstaltungen aufgeschnappt und übernommen. Auf der Fahrt in den Sommerurlaub gibt mein Mann mir auf einmal einen Klaps und schreit begeistert "Gelbes Auto!!!".
Ihr fragt Euch jetzt wahrscheinlich: Warum erzählt sie uns das? Weil mir auf der Rückfahrt der Gedanke kam: Da hat etwas, vollkommen weg vom Ursprung, in den Alltag von ganz anderen Menschen gefunden. Wäre es nicht toll, wenn das mit unserer Botschaft von Gottes Liebe genau so funktionieren würde? Wenn wir es schaffen könnten, Sie so schön, hilfreich und unverkrampft rüber zu bringen, dass andere Menschen denken:"Das finde ich toll, das hilft mir, das mache ich auch."?
Keine Freizeit ohne Pause beim Mecces.
Am frühen Nachmittag konnten wir die ganze Meute gesund und munter wieder ihren Eltern übergeben.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:
Ihr seid toll! ich freue mich, dass unsere Kirche durch Euch auf eine schöne, erfolgreiche, liebevolle Zukunft hoffen darf!
In diesem Sinne: Bleibt gesegnet und : "Gelbes Auto!!!!!"
Eure Melly















