Full House beim Familiengottesdienst zum Dorffest

- 12.07.2026 - 

Die Fahrenbacher Grundschule hat sich Gedanken über Kirche gestern, heute und morgen gemacht.

Quelle: Fotografiert und mit ChatGPT bearbeitet by M. Waldenburger

Dass die Fahrenbacher ein feierwütiges Völkchen sind, ist ja nichts Neues. 
 
Dass wir als Kirchengemeinde lieber mittendrin statt nur dabei sind, auch nicht. 
 
Deshalb ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, einen besonderen Gottesdienst zum Dorffest zu halten.
Für das gewisse Etwas sorgte diesmal die Grundschule Fahrenbach. Und dafür, dass die Kirche, trotz der allseits unbeliebten Saunatemperaturen,  rappelvoll war. Was für ein schöner Anblick!
 
Mit ihren Lehrern und unserem Pfarrer Michael Roth-Landzettel haben sich die Kinder Gedanken über die Kirche gestern, heute und morgen gemacht. Und darüber, warum viele Menschen von uns leider nichts mehr wissen wollen.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Hätte ich, wie in den von den Viertklässlern gespielten Szenen, damals den Katechismus auswendig lernen müssen und vom Pfarrer eine drüber bekommen, wenn ich lache, wäre ich wohl auch nie mehr wieder gekommen.
 
Zum Glück ist es heute ganz anders. Bei uns wurde der kleine Junge, der plötzlich zwischen Altar und den Schülern herumwuselte, als süße Bereicherung gesehen. Schließlich sagte Jesus doch damals: "Lasset die Kindlein zu mir kommen." Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er erwartete, dass sie dabei mucksmäuschenstill sind.
 
Bei uns darf jeder sein, wie er ist. Und keine Eltern müssen Schnappatmung bekommen, weil sie ihre Kleinkinder nicht ruhig halten können. (Geht ja eh nicht)
 

Quelle: Fotografiert und mit ChatGPT bearbeitet by M. Waldenburger

 
Zum Glück ist unser Micha nicht, wie manche Pfarrer vor 50 Jahren. 
 
Herzhaft schmunzeln musste ich als die Viertklässler uns vorspielten, wie sie sich den idealen Gottesdienst vorstellen. Mit Chipstüten und Paulaner Spezi. Denn diese Vorstellung ist von unserer Jugendarbeit nicht weit entfernt. Für die nötige Authentizität fehlte nur, dass sich  die Paulaner Spezi zwanglos auf den alterwürdigen Kirchenboden ergießt und  dann alles ganz widerlich bappt.
Nur wo wir den unglaublich gut aussehenden Pfarrer, der sich im Anspiel gewünscht wurde, herbekommen sollen, weiß ich gegenwärtig noch nicht... (Sorry, der mußte sein hihi)
 

Quelle: Fotografiert und mit ChatGPT bearbeitet by M. Waldenburger

 
Ein ganz wichtiger Punkt war auch, dass sich die jungen Menschen eine Bibel und Predigt wünschen, deren Sprache sie verstehen. 
 
Ganz ehrlich, wer von uns hat noch nicht in einem Gottesdienst gesessen und sich gefragt: "Was möchte mir der Mensch da vorne eigentlich mitteilen?"
 
Etwas gruselig fand ich die ausgemalte Zukunftsvision der Kirche. Eine Predigt geschrieben von ChatGPT und von einem Chatbot vorgelesen. Ich habe, wie man an den datenschutzkonform bearbeiteten Bildern in diesem Bericht sieht, nichts gegen KI als Werkzeug, aber bei Predigten? Never!
Da sind mir unsere selbstgemachten Gottesdienste mit allen ihren großen und kleinen Katastrophen (die dieses Mal zum Glück ausblieben) doch viel lieber. Unperfekt, aber dafür voller Leben, Liebe und menschlicher Wärme.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Scheinbar konnte Michael gut rüberbringen, dass bei uns jeder willkommen ist. Das gelacht und geklatscht werden darf und wir uns über jeden, der zu uns kommt, freuen. Denn er bekam spontan Applaus nach seiner Predigt. Hab ich so auch noch nie erlebt, und mich sehr darüber gefreut! Bin ich doch so stolz auf unsere lebendige, fröhliche Gemeinde.
 
Christ sein ist ja schließlich kein Migräneanfall. Unsere Botschaft ist wunderschön: Da liebt mich jemand so sehr, dass er mir immer wieder vergibt, egal wie dappich ich mich in meinem Leben anstelle. Das ist doch ein Grund zum Freuen. Und ich finde, diese Freude darf man auch sehen! 
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Und hören natürlich. Dass gute Musik zu einem gelungenen Gottesdienst dazu gehört, haben die Kinder nicht nur gesagt, sondern auch gleich selbst dafür gesorgt. Bei den liebevoll einstudierten Liedern wurden sie tatkräftig von unserem Posaunenchor unterstützt.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Vielen herzlichen Dank, an alle, die diesen besonderen und zum Nachdenken anregenden,  Gottesdienst überhaupt erst möglich gemacht haben: die Lehrer, Lehrerinnen und Schüler der Grundschule Fahrenbach, unseren Posaunenchor und last but not least unseren Pfarrer Michael, der mit seiner herzlichen, ehrlichen und leicht chaotischen Art jedem das Gefühl gibt, herzlich bei uns willkommen zu sein. Ihr seid alle super!
 
Wenn Ihr uns auch mitteilen möchtet, wie ihr Euch Kirche wünscht: Immer her mit Euren Ideen! Wir sind für (fast) Alles offen und hören Euch liebend gerne zu. Wer weiß, was da vielleicht Tolles draus werden kann?!
 
Eure Melly
 
Ps: nicht nur Eure Ideen sind gefragt, sondern auch eure künstlerischen Talente. Bei unserem Malwettbewerb! 

Quelle: M. Waldenburger