Überleben nur im Wasser möglich - Samstagsausflug der Jugendgruppe an, auf und in die Tauber
- 27.06.2026 -
Mir gehen langsam die Hitze-Witze aus...
Da plant man ein dreiviertel Jahr im voraus akribisch die Ausflüge für das ganze Jahr, nur um feststellen zu müssen: 40 Grad im Schatten und Kletterwald (der obendrein auch noch zu hatte), passen nicht zusammen.
Also hektische Alternativensuche. Zuerst landeten wir gedanklich
beim Marbach Stausee. Eigentlich ne gute Idee, bis die liebe Melly beim googlen sah, dass es an der Badestelle so gut wie keinen Schatten gibt.
Die Zeit lief uns langsam davon. (Vielleicht isse bei den Temperaturen auch einfach geschmolzen...).
Da kam uns die Kanufahrt auf der Tauber auf der Freizeit letztes Jahr in den Sinn: Boote, Schatten, Bademöglichkeiten...
Glücklicher Weise konnten wir uns so ultra kurzfristig noch anmelden.
Also starteten wir mit der obligatorischen Andacht in unserer Kirche mit insgesamt 18 Leuten.
Ich hab mich total gefreut, dass einige Jugendliche aus der Gemeinde in Neckargerach dabei waren, die uns ja schon von der Segelfreizeit her kannten. Außerdem hatte Micha seine zwei Kinder und ich sogar meinen Mann und unsere zwei Kids dabei.
Für alle, die sich jetzt denken:" Ach die Melly hat auch einen Mann? Der taucht ja nie auf...": Mein Mann Daniel ist sowas wie ein heimlicher Held der Gemeinde, denn er hält mir unglaublich oft den Rücken frei. Wäre er nicht ständig für unsere beiden Kinder da, könnte ich vieles, was ich für unsere Gemeinde tue, schlicht nicht machen. Also ein ganz großes Dankeschön an Dich, mein Dani!!!
So, genug gesülzt. Weiter im Programm.
Selbstverständlich durfte auch auf diesem Ausflug unser kultiger JuKi Bus nicht fehlen. Beschweren sich die Kids über die alte Karre, sage ich nur: "Habt Respekt vor diesem Bus, er könnte euer Vater sein..."
Unangenehmer Weise hat dieser Vater keine Klimaanlage. Also rissen wir alle Fenster auf und transpirierten, mehr oder weniger würdevoll, vor uns hin.
Immerhin war heute der Höhepunkt der gegenwärtigen Hitzewelle.
Nach einer schweißtreibenden Stunde hatten wir endlich den Kanuverleih in Bad Mergentheim erreicht.
Erstmal sammeln sich alle im Schatten.
Der Chef gibt Sicherheitshinweise.
Wir treffen einen lieben alten Bekannten wieder: das Party Tretboot.
Auch die anderen drei Tretboote finden reißenden Absatz.
Auch die 4 Kleinen wurden, wie immer, schnell von den Großen unter deren Fittiche genommen.
Ich erspare Euch meinen, eigentlich jetzt fälligen, Sermon darüber, wie toll, sozialkompetent, aufmerksam und verantwortungsvoll unsere Jugendlichen sind. Denn das habe ich Euch ja schon so zwei- oder dreitausend mal erzählt.
Lieber lasse ich es mir selbst ein bisschen, zusammen mit meiner Tochter, gut gehen.
Meinen Sohn weiß ich ja bei einem der Konfis, in guten Händen.
Party-Tretboot vorraus!
Es ist so schön, unsere Kids so glücklich und gelöst zu sehen. Nach aussen wirke ich meistens lustig und selbstsicher. Aber wenn ich zum Beispiel solche Ausflüge, zusammen mit unserem Micha natürlich, organisiere, bleibt immer eine gewisse Unsicherheit. Haben wir das richtige ausgesucht? Klappt alles? Haben alle Spaß? Da sind die fröhlichen Gesichter der schönste Anblick für uns Betreuer.
Ich finde, dieses Tretboot wirkt richtig elegant. Genau wie seine Insassen natürlich!
Diese Staustufe der Tauber ich echt ein Naturparadies.
Ahoi!!!
Mein Dani hat zwar noch keine Erfahrung in der Jugendarbeit, aber er macht sich richtig gut.
Die beiden Mädels haben ihr Kanu gut im Griff. Dieses Jahr mussten wir niemanden aus dem Gebüsch ziehen.
Unser geschätzter Herr Pfarrer weigert sich standhaft, mit mir in ein und dasselbe Boot zu steigen. Der unverschämte Mensch behauptet doch allen Ernstes, ich würde ihm zu viel Wackeln. Und das nur, weil ich vielleicht hin und wieder mal ein ganz klitzekleines Bisschen dazu neige, mit meinem Kajak zu Kentern...
Im Schatten unter der Brücke lässt es sich aushalten.
Nicht nur die kleinen Kinder waren von der Rutsche auf dem Tretboot fasziniert.
Da lässt sich ein pfiffiges Kerlchen durch die Gegend chauffieren.
Während ich das bunte Treiben beobachte, schicke ich ein stilles Gebet zum Himmel:" Lieber Gott, lass aus Tagen wie diesen schöne Kindheits- und Jugenderinnerungen werden. Lass sie diese Momente und das Gefühl: hier waren Menschen, die mir immer zugehört und mich so gemocht haben, wie ich bin, im Herzen behalten. Das ist doch so viel wichtiger, als alle 10 Gebote fehlerfrei runterrasseln zu können."
Natürlich durfte auch mein Dani seinen Spaß haben und wir erkundeten im Zweierkajak die Tauber.
Dabei begegneten uns natürlich einige bekannte Gesichter.
Ich muss sagen: Dani hat schnell gelernt, wie gute Jugendarbeit geht: alles was anstrengend sein könnte, lässt man besser das junge Gemüse machen. Zum Beispiel unser Kajak abschleppen...
Man kann natürlich auch einfach zu Fuß schwimmen.
Unser Micha, der laut Aussage der Jugendlichen der "coolste Pfarrer ever" ist, kennt den Trick natürlich auch.
Natürlich war auch Zeit für wohlverdiente Pausen.
Und wir wären nicht die Fahrenbacher, wenn nicht einige hartgesottene das unvermeidliche Volleyball gespielt hätten.
Ich erfreue mich, bei der Affenhitze, lieber an der Natur.
Allerdings nur so lange, bis meine Tochter rutschen wollte.
Gar nicht so einfach, mit der kleinen Bleiente auf dem Rücken zu schwimmen.
Bei den Temperaturen zog es uns alle ins Wasser.
Als wir dann Richtung unvermeidlichem Mecces aufbrachen, sagte eins unserer Mädels zu mir: "Hier müssen wir öfter hinfahren!" Und wisst Ihr was? Sowas sind die schönsten Komplimente, die Ihr uns machen könnt. Genau wie die Tatsache, dass ein Teamer, der seinen jüngeren Bruder eigentlich nur morgens zum Treffpunkt bringen wollte, spontan mitgefahren ist.
Die Stärkung haben wir uns alle redlich verdient.
Auf der Rückfahrt reißen wir alle Fenster auf. Das Thermometer zeigt unglaubliche 40 Grad. Wir fahren durch die mit Kornblumen durchzogenen Felder, die langsam gelb werden, es riecht nach heißem Asphalt und ich bin so glücklich, dass ich, sehr laut und sehr falsch "living on a prayer" mit gröhle. Als Frau Mitte vierzig, mit 8 Jugendlichen im Auto, ohne auf die Idee zu kommen, dass das jemand peinlich oder doof finden könnte. Und mir wird bewusst, dass ich nicht nur alles tue, damit sich unsere Kids bei uns sicher, entspannt und glücklich fühlen, sondern es auch selber bin.
Eure Melly






































