Nach der Konfirmation ist vor der Konfirmation - Kennenlern-Übernachtung der neuen Konfis

- 04.05.2026 - 

So könnte "Neues Leben in Alten Mauern" künftig aussehen.

Kaum ist der "alte" Jahrgang konfirmiert, geht es schon mit dem Neuen weiter.
Letzten Mittwoch hatten wir das erste Mal Konfiunterricht und damit wir alle die Namen unserer neuen Youngsters bald drauf haben, am Samstag gleich eine gemeinsame Übernachtung im Gemeindehaus.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Die berufstätigen Mamas und Papas unter Euch werden es kennen: man ist immer vom schlechten Gewissen verfolgt, weil man so wenig zuhause ist. Bei mir, durch die viele Zeit, die ich auch noch ehrenamtlich in meine Kirchenfamilie investiere, ist das Gefühl noch mal schlimmer. Einfache Lösung: unser lieber Pfarrer, Michael Roth-Landzettel und ich, brachten unsere Kinder einfach mit. 
Ich Depp ließ mich sogar breit schlagen, auch noch unseren Hund mitzubringen. Somit war das allgemeine Gewusel perfekt.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Los ging es, selbstverständlich, mit einer Andacht. Noch gucken unsere Konfis betreten zu Seite, wenn wir beiden Alten begeistert (und falsch!) "Jesus in my house gröhlen". Aber ich bin mir sicher, dass wir sie bald mit unserem Kult-Ohrwurm infiltriert haben.
 
Dann ließen wir dem jungen Gemüse erstmal Zeit, sich untereinander kennen zu lernen.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Eine Runde "Stadt - Land - Vollpfosten" gefällig?
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Mega gefreut haben wir uns über eine Runde Eis, die wir von einer Konfi - Mama gespendet und als Überraschung vorbeigebracht bekommen haben. Abkühlung für die Jugend und Nervennahrung für die Betreuer.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Dann wurde es Zeit, den Grill an zu schmeißen. Der dankeswerter Weise von unseren jugendlichen Teamern bedient und beaufsichtigt wurde. Insgesamt 4 junge Menschen haben uns zwei reiferen Semester unterstützt. Ein herzliches Dankeschön an Euch. Wir sind so ein tolles, eingespieltes Team. Ihr habt uns so gut unterstützt. Es ist nämlich gar nicht so einfach, Aufsichtsperson, Mama (oder Papa) und Hundefrauchen auf einmal sein zu müssen. 
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Die Raubtierfütterung im Freien. Was sehr praktisch war, denn die ersten zwei Paulaner Spezi Flaschen wurden schon am Nachmittag gekillt. Langsam entwickele ich ein gestörtes Verhältnis zu unserem Kultgetränk.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Diesen Zustand hier hat meine Omi immer "gefräßiges Schweigen" genannt.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Unser Herr Pfarrer wird angeschmachtet. Na okay, vielleicht eher sein Hähnchen...
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Ich staune immer wieder, wie wenig es braucht, um Kinder glücklich zu machen. Da wird aus einem Haufen Brennholz ganz schnell eine Hütte oder ein Hindernis Parcours. 
Aus dem Alter sind die Konfis natürlich (leider) schon raus. Die vergnügten sich lieber mit Volley- oder Fußball. Wie so oft haben wir auch dieses Mal die Erfahrung gemacht, dass es gar kein explizites Smartphone Verbot braucht. Die Kids haben sich von ganz alleine, ohne Ermahnungen unsererseits, miteinander beschäftigt. Finde ich richtig toll. So wissen wir doch, dass das Interesse aneinander echt und freiwillig ist und nicht von uns "verordnet" wurde.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Hier sieht man jung und alt bei einer Runde UNO.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Wer mochte, durfte mit Schnitzmessern und Gartenscheren bewaffnet, mit den Teamern los ziehen und Stöcke fürs Stockbrot holen und zurecht schnitzen. Für mich war wunderschön zu beobachten, wie liebevoll sich die Konfis um unsere Kinder kümmerten. Jeder hat jeden unterstützt und mit angefasst. Habe ich eventuell schon mal erwähnt, dass "die Jugend von heute" entgegen aller Unkenrufe, total toll und sehr sozial ist? 
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Hier entsprechen wir doch absolut dem Klischee der kirchlichen Jugendarbeit: wir sitzen ums Lagerfeuer und machen Stockbrot. Und NATÜRLICH saß ich irgendwann mit den Stöcken der ganzen Kinder da, die nach 3 Minuten keinen Bock mehr hatten. Aber das bin ich ja schon gewöhnt. Hihi.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Ich staune immer wieder über diese Sitzgruppen Konstruktion, die unsere Teamer aus Biertischen und Bänken bauen. Und noch mehr darüber, dass sie sogar mich Pummelhummel aushält.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Gemütlich Stimmung am Lagerfeuer. Hier warteten wir auf die Gruppe Unerschrockner, die mit Micha eine Nachtwanderung unternahmen.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Leider mussten wir feststellen, dass wir mit so einer großen Gruppe Leute den nachts zulässigen Geräuschpegel auch mit normaler Gesprächslautstärke zwangsläufig überschreiten. Und so sind wir, aus Rücksicht auf die Nachbarschaft, in die Kirche umgezogen.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Nachdem wir Luftmatratzen, Decken und Isomatten rübergeschleppt und uns häuslich eingerichtet hatten,konnte man einen ersten Eindruck gewinnen, wie "Neues Leben in alten Mauern" künftig aussehen könnte. Denn wenn wir erstmal unsere Gruppenräume etc in der Kirche integriert haben, werden unsere Übernachtungspartys künftig direkt in Gottes Haus stattfinden. Und wisst Ihr was: ich bin mir sicher, dass Jesus es feiern wird, wenn in seinem Haus, also auch physisch direkt bei ihm, das Leben tobt. 
 
Für unsere Konfis war diese Nacht jedenfalls DIE Gelegenheit, eine Beziehung zu unserer wunderschönen Kirche aufzubauen. Auf das sie ihnen immer eine Heimat sein mag!
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Bei uns hat jede Kreatur Gottes einen Platz. (zumindest ausserhalb der Gottesdienste, denn in selbigen wäre eine Meute herumwuselnder Hunde dann doch störend...)
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Gemeinsam genießen wir die besondere Stimmung in der nächtlichen Kirche.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Wer es irgendwie seltsam findet, dass eine Horde Jugendlicher in einer Kirche rumlümmelt: Ich kann Euch durchaus verstehen. Verbindet man doch mit "Kirche" erstmal andächtige Stille, Ehrfurcht und irgendwie Heiligkeit. Das ist ja auch völlig richtig und geht mir genau so. Ich genieße es zum Beispiel total, dass unsere Kirche immer offen ist und man einfach rein gehen kann, wenn die Welt draußen mal wieder zu laut, zu hektisch zu viel ist und man einen Ort zum runterfahren und in Stille mit Gott reden braucht. Das soll auch immer so bleiben. Aber auch das pralle Leben in all seiner Fülle soll seinen Platz in Gottes Haus haben dürfen. Ohne uns bleiben auch die schönsten Kirchen nur Steine. Lasst sie uns gemeinsam mit Leben füllen, mal laut und ausgelassen, mal nachdenklich und leise.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Mit "Leben" meinte ich allerdings nicht: "Paulaner Spezi zerdeppern". Mein Verhältnis zum dem Klebrigen Zeug wurde dieses Wochenende wirklich hart auf die Probe gestellt.
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Immerhin lernten die Konfis in dieser Nacht was fürs Leben: Putzen. 
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Im Licht des neuen Tages beseitigten wir gemeinsam das zuckerige Desaster ehe ein ahnungsloser Gottesdienstbesucher seine Füße nicht mehr vom altehrwürdigen Kirchenboden ab kriegt. 
 

Quelle: M. Waldenburger

 
Zum Frühstück ging es dann wieder in den Alten Kindergarten. Die durchgemacht Nacht forderte erste Opfer, die leise schnarchend über dem Tisch zusammenbrachen. Ich hätte mich gerne daneben gelegt, war aber leider mit Brötchen aufbacken beschäftigt.
 
Um 10:00 Uhr schleppte sich eine Gruppe übernächtigter Zombies in den Gottesdienst. Ich bin stolz, dass keiner von Euch, inklusive ich selbst, eingeschlafen ist. Dazu gab der Gottesdienst aber auch keinen Anlass. Liebevoll gestaltet wurde er von der Pfarrerin im Ruhestand, Frau Bless.
 
Für Aufsehen sorgte eine Abkündigung der anderen Art von Micha. Künftig bekommen die Konfis, die ihre Eltern mit den den Gottesdienst bringen, ein extra "E" auf ihrem Kärtchen vermerkt. Das Elternteil, dass die meisten "E" sammelt, bekommt am Ende des Konfi Jahres einen Gutschein für einen gemütlichen Frühstücksbrunch. Das "Kirchens-Äquivalent" zu PayBack-Punkten sozusagen. Was sich hier so lustig und liebevoll-selbstironisch liest, hat einen durchaus ersten Hintergrund:
In der Kirche (nicht nur bei uns, sondern überall) fehlt meine Generation fast vollständig. Vielleicht haben wir durch diese eiskalte Bestechung die Chance, dem ein oder anderen zu zeigen, dass Kirche heutzutage garnicht mehr so steif, langweilig oder drohend ist, wie er (oder sie) es vielleicht in Erinnerung hat. Hoffentlich gefällt einigen unsere Gemeinschaft untereinander und mit Gott so gut, dass er (noch) aktiver wieder dazu gehören möchte. Das wünsche ich mir jedenfalls sehr. 
 

Quelle: Michael Roth-Landzettel

 
So langsam macht sich bei mir die Erschöpfung breit. Und die Erkenntnis, dass ich langsam zu alt für den Sch....wachsinn werde. Hihi.
 
Aber für unsere Jugendlichen schlage ich mir doch gerne die Nacht um die Ohren. Der neue Jahrgang hat an diesem Wochenende bewiesen, dass er genau so toll ist, wie der alte. Ich freue mich mega auf das Jahr mit Euch und besorge schon mal ein paar Kilometer Küchenrolle, Wischeimer und Renigungsmittel für die Hektoliter Paulaner Spezi, die wir dieses Jahr noch zwanglos in irgendwelchen Gebäuden verteilen werden.
 
Eure Melly