Gesprächsgottesdienst der Konfirmanden - Chaos auf der ganzen Linie
- 19.04.2026 -
Doch dieses Mal waren es NICHT die Konfis...
Wer Jugendarbeit macht, ist Durcheinander gewöhnt. Was aber, wenn die Kids pünktlich und gut vorbereitet mit all ihren Unterlagen in der Kirche erscheinen? Dann sorgen einfach wie Großen fürs Chaos.
Zum Auftakt streikte der Beamer und die Präsentation des, liebevoll von Konfis aus unserem Kooperationsraumes gestalteten, Films fiel aus.
Dann lief ich in der Sakristei gegen die Liedtafel, die daraufhin mit lautem Krachen umfiel. Immerhin war die Gemeinde jetzt wach...
Nun vermisste unser Herr Pfarrer ein paar Unterlagen. Beim hektischen Suchen, ebenfalls in der Sakristei, zerdepperte ich meine Paulaner Spezi Flasche. Sie zerschellte in tausend Stücke und die klebrige Brühe ergoss sich durch den kompletten Raum. Die Gottesdienstbesucher fragten sich mittlerweile vermutlich: "Was treibt die da drin bloß?"
Gott sei Dank (im wahrsten Sinne des Wortes) begann der Gottesdienst, trotz aller Startschwierigkeiten, pünktlich.
Allerdings hat irgendein verpeilter Kirchendiener vergessen, das Mikro am Ambo einzuschalten.
Nachdem unser Michael Roth-Landzettel dieses Problem auch noch behoben hat, ging es endlich los.
Unsere Konfis haben ihre Aufgabe wirklich mit Bravour gemeistert.
Alle haben sich getraut, vor der vollen Kirche durchs Mikrofon zu sprechen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da gehört einiges an Mut dazu.
Besonders stolz war ich natürlich auf das Glaubensbekenntnis, dass drei Mädels mit mir auf der Konfifreizeit selber geschrieben und heute mit uns gebetet haben. Da lag so viel Wärme und positiver Glaube drin.
In der Predigt ging es emotional weiter. Einige Konfirmanden teilten sehr persönliche Erfahrungen mit uns. Und wie Gott und die Gemeinschaft in unserer Kirche, ihnen in diesen Situationen geholfen haben. Wieder einmal bewunderte ich nicht nur den Mut der jungen Menschen, diese Erfahrungen mit uns zu teilen, sondern ich war in dem Moment auch stolz. Nicht nur auf die Kids, sondern auch auf unsere Kirche und ihre liebevolle, wenn auch ab und zu chaotische, Gemeinschaft.
Zum Ende des Gottesdienstes dankten die Konfis dem besten Pfarrer der Welt für die tolle Konfizeit und versprachen, auch weiterhin in den Gottesdienst und den Jugendtreff zu kommen. Irgendetwas sagt mir, dass dieser Satz nicht von unserem jungen Gemüse sondern von unserem, geistig jung gebliebenen, Pfarrer höchstselbst persönlich ins Skript geschrieben wurde.
Da unsere Gemeinde ja mittlerweile sehr fotoaffin ist, bekamen alle Eltern und Webmaster noch die Gelegenheit, ein Gruppenfoto zu machen. Als Erinnerung an diesen sehr gelungenen Gottesdienst und die tolle Gemeinschaft.
Da unsere Gottesdienst vom Musikprojekt neue Lieder unterstützt wurde, gab es noch ein Abschlusslied, das vorne vor der Gemeinde vorgetragen wurde. Wer jetzt denkt: "Die Melly ist aber souverän und steht ohne Notenblatt da vorne": Nö, die Melly hat in dem ganzen Chaos ihr Notenblatt vermüllt und musste bei ihrer Nachbarin spickeln.
Ich muss sagen: nach diesem emotionalen, chaotischen, mutigen, liebevollen Gottesdienst, fällt es mir nochmal schwerer, mich von diesem Konfijahrgang zu trennen. Ihr seid mal wieder über euch selbst hinausgewachsen und ward mega wie immer.
Ich freue mich unglaublich auf eure Konfirmation nächste Woche!
So, ich pule jetzt Mal die Scherben der Paulaner Spezi Flasche aus meinen Händen.
Eure Melly








