Skurriles aus den letzten Jahrhunderten und ein vorsichtiger Blick in die Zukunft.
200 Jahre evangelische Kirche Fahrenbach
Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Und zum Recherchieren. Das habe ich für Euch gemacht und dabei die eine oder andere skurrile Geschichte und so manches antikes Foto gefunden. Die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten, also los geht´s.
Erntedank in der Kirche zwischen 1934 und 1949
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Die nach der Reformation evangelisch gewordene Jakobskirche musste im Rahmen der pfälzischen Kirchenteilung im Jahr 1705 quasi "zurückgegeben" werden. So stand die Fahrenbacher Gemeinde erstmal ohne Gebäude da.
150 jähriges Kirchenjubiläum am 31.Oktober 1976
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Da die Fahrenbacher aber schon immer kreativ waren und sich auch nicht vom Feiern ihrer Gottesdienste abhalten lassen wollten, wichen sie kurzerhand ins Amtshaus des katholischen Grafen von Wieser aus. Dass selbiges auch als Gaststätte diente, dürfte immerhin den Weg zum sonntäglichen Frühschoppen verkürzt haben.
Im Jahr 1717 wurde eine kleine Holzkirche errichtet, die allerdings ca. hundert Jahre später so morsch war, dass man Angst hatte, der Turm würde beim nächsten Lufthauch einstürzen. (Da bekommen Gebete um Bewahrung doch gleich ein anderes Gewicht...)
Leider gibt es zu diesem Bild keine Jahrszahl.
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Also stand man um das Jahr 1824 wieder ganz am Anfang. Das Große Problem, damals wie heute, das liebe Geld.
Die Fahrenbacher Kirchengemeinderäte ergriffen die Initiative und wandten sich an den Baumeister Friedrich Brenner aus Amorbach, der die Pläne für unsere Kirche, wie wir sie heute kennen, erstellte.
Im Februar 1825 erfolgte die öffentliche Ausschreibung für den Kirchenbau nach Brenners Plänen. Und schon ein Jahr später war der charakteristische rote Sandsteinbau fertig. (Die hatten damals scheinbar viiiiiel weniger Bürokratie, die Glücklichen!)
Unsere Kirche im Sommer 1984
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Eine Glocke hatte man aus dem vergammelten Holztürmchen der alten Kirche mitgenommen (erst 1849 konnte man sich eine zweite leisten), die Orgel wurde durch eine gebraucht gekaufte aus Waibstadt ersetzt.
Am 29. Oktober 1826 war es dann so weit: die Fahrenbacher Kirche wurde feierlich eingeweiht. Halt! Stopp! Vielleicht nicht gaaaaanz so feierlich. Da die Gemeinde sich finanziell vollkommen verausgabt hatte, wurden die geladenen Gäste gebeten, ihr Essen doch bitte selbst mitzubringen. Da das so herrlich irre ist, verspreche ich Euch, dass wir unsere Kirche nach dem Umbau, exakt so einweihen werden: mit einer gemütlichen Mitbringparty!
Empore und Orgel, leider wieder ohne Jahresangabe.
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Laut Trienzer Heimatbuch hat der Kirchenbau insgesamt 4296 Gulden und 49 Kreuzer gekostet. Ich habe Euch das mal umgerechnet: Heute wären das 600.000 bis 900.000 Euro. Das ist eine Hausnummer für so eine kleine Gemeinde.
Im Jahr 1894 wurde eine Heizung eingebaut. 1902 wurde die Orgel unbrauchbar und erst 1966 durch unsere heutige ersetzt.
Wer mehr historische Angaben und Namen nachlesen möchte, dem kann ich den Artikel "Kleinod des Klassizismus" von Dr. Albrecht Ernst, erschienen im Heimatkalender "Unser Land 2026", ans Herz legen.
Innenansicht zwischen 1928 und 1962.
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Wie geht es denn jetzt mit unserer Kirche weiter? Wie Ihr ja wisst, soll sie umgebaut werden, um allen unseren Gruppen und Kreisen Raum zu bieten.
Außenansicht in den 80er Jahren.
Quelle: evangelische Kirche Fahrenbach
Auch wenn sich momentan nichts "Sichtbares" tut, kann ich Euch versichern: Wir kämpfen! Wir tun alles, um unser Projekt zu realisieren. Im Hintergrund rauchen die Köpfe. Da werden Anträge gestellt, da wird verhandelt, diskutiert, koordiniert, überzeugt und ab und zu mal leise über diesem Bürokratiewust geweint.
Aber unsere Vorfahren haben es geschafft, dann werden wir es mit GOTTES Hilfe auch schaffen! Ich halte Euch auf dem Laufenden!
Eure Melly
Wenn Ihr zum Gelingen unserer Pläne beitragen möchtet, könnt Ihr das mit dem Spendentool jetzt ganz einfach tun. ;)