Hoffnung über den Tod hinaus - Konfisamstag im Rahmen der Visitationswoche
- 24.10.2025 -
Jugendliche und das Thema Tod - Darf man das?
Ja! Man muss sogar!
Erstens können wir den jungen Menschen viel mehr zutrauen, als wir oft denken, und zweitens geht unsere Gesellschaft mittlerweile sehr merkwürdig mit einem, so natürlichen und unausweichlichen, Thema wie Sterben um.
Denn auch schon viele unsere Jugendlichen sind trotz ihres noch jungen Lebens leider nicht von Schicksalsschlägen verschont geblieben. Da das Thema in unserer Gesellschaft oft verschwiegen wird und es vielen Erwachsenen schwerfällt, darüber zu reden, ist es wichtig, den Jugendlichen davon zu erzählen, was uns im Leben und im Sterben trägt.
Ungewohnt ernste Töne von mir? Keine Angst, es wird gleich wieder unseriös.
Wie Ihr wahrscheinlich schon bemerkt habt, beschäftigten wir uns diesen Samstag ausführlich mit den Dingen rund um den Tod. Und mit dem "Danach".
Der erste Teil des Tages führte uns, mal wieder, in die schöne Strümpfelbrunner Kirche. "Uns" waren in diesem Fall Konfis aus allen Koop Gemeinden, nebst deren Teamern (neudeutscher Kirchen-Slang für "Betreuer") und Pfarrpersonen. Mit dabei, wie bei allen Veranstaltungen dieser Woche, zwei Vertreter des Bezirkskirchenrats. Dekan Folkard Krall und Schuldekan Gunnar Kuderer.
Da sich die verschiedenen Konfirmandengruppen erst einmal begegnet sind, gab es erstmal ein paar Kennenlernaktionen.
Aber wie ist das denn nun mit dem Tod? Ist da wirklich Ende-Gelände? Und wenn nicht, was kommt dann?
Was glaubst Du?
Diese Fragen durften die Jugendlichen, erstmal für sich selbst, in einer online Umfrage am Handy beantworten. Die Auflösung gab es dann in den Gesprächen am Nachmittag.
Spoiler: die Allermeisten sind überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht.
Im Gemeindehaus wurden dann zwei Gruppen gebildet: eine Gruppe ging den örtlichen Bestatter besuchen, um sich ein Bild von einer Arbeit, so unmittelbar mit dem Tod, zu verschaffen.
Der andere Teil blieb bei Pfarrer Michael Roth-Landzettel im Gemeindehaus, um mit ihm über Nah- und Nachtoderlebnisse zu sprechen. Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht seinen Fahrstil.
Und: Ja, auch bei einem so schweren Thema, darf man zwischendurch Mal lachen. Das ist wichtig, weil es Druck und Spannung rausnimmt. Das Leben ist schön, auch wenn es, zwangsläufig, irgendwann endet.
Michael erzählte eine, sehr berührenden, Geschichte von einem Kind, dass er beerdigt hat. Oder besser gesagt, von den Erfahrungen der Angehörigen, an dessen erstem Todestag. Für mich, als Mama zweier Kinder im selben Alter, unglaublich schwer anzuhören. Zum Glück dürfen auch wir Teamer mal Tränen in den Augen haben. Man darf traurig sein und das auch zeigen. Auch das war eine Botschaft, die wir den jungen Menschen gerne vermitteln wollten.
Natürlich waren wir, als Teamer, bei diesem sensiblen Thema sehr herausgefordert, genau auf unsere Jugendlichen zu achten. Vor allem, wenn man nicht alle Mitglieder der Gruppe, und deren Vorgeschichten kennt. Geht es allen gut? Braucht jemand eine Pause oder ein Gespräch unter vier Augen?
Natürlich berührte uns alle die Geschichte von dem kleinen Jungen aus Michaels Erfahrungensbericht. Aber es lag auch so unendlich viel Hoffnung darin, dass unsere Lieben nie wirklich ganz weg sind. Dass es ihnen da, wo sie jetzt sind, gut geht und wir sie wiedersehen werden.
Dennoch war ich froh, als wir uns wieder so profanen Dingen, wie dem Mittagessen zuwenden konnten.
Wir wurden von hilfsbereiten Konfi-Eltern, mit köstlichen Spaghetti und verschiedenen Saucen sowie Salaten und Fingerfood, verwöhnt. Ein riesen Dankeschön an dieser Stelle an die engagierten Köche und das gesamte Team. Vielen Dank für die perfekt organisierte Veranstaltung in Euren Räumen. Wir kommen gerne wieder zu Euch und hoffen, Euch auch mal bei uns in Fahrenbach begrüßen zu dürfen!
Nach der Mittagspause wurde in der Kirche eine Dokumentation über einen, viel zu jung verstorbenen, Influenzer angeschaut.
Im Anschluss konnten die Jugendlichen selbst kreativ werden und Grablichter, sowie Erinnerungskerzen, gestalten.
Diesen Samstag habe ich als sehr, sehr intensiv empfunden. Ich hoffe, es ging einigen anderen genau so.
Welch für ein riesen Geschenk Jesus uns, mit seinem Tod am Kreuz, gemacht hat - ich glaube das wirklich zu erfassen, ist immer noch zu groß für mich. Aber vielleicht sind wir heute diesem riesen Wunder, ein ganz kleines Stückchen, näher gekommen.
Was bei allen unseren jungen Menschen deutlich zu spüren war, ist HOFFNUNG.
Eure Melly










